Vergangene Veranstaltung
05.10.2026
Webinar PreZero SPOT in cooperation with Packaging Cockpit
In unserem Webinar am 05.10.2026 zeigte Simone Balogh von PreZero, wie sich mit PreZero SPOT in cooperation mit Packaging Cockpit die Recyclingfähigkeit von Verpackungen digital berechnen und bewerten lässt. Anhand konkreter Anwendungsbeispiele erhielten die Teilnehmenden praxisnahe Einblicke in das Tool und dessen Einsatzmöglichkeiten.
Webinar verpasst? Kein Problem: Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet und kann hier als Video angesehen werden.
Zusammenfassung Webinar
PPWR-Datenmanagement
- Lukas erläuterte den steigenden Verpackungsdatenbedarf durch die PPWR, während Simone Balogh zeigte, wie PreZero SPOT manuelle Prozesse zentralisiert, Lieferantendaten verwaltet und Compliance-Dokumente für Unternehmen automatisiert erstellt und überwacht.
- Datenlücke und Aufwand: Simone Balogh erklärte, dass die PPWR detaillierte Daten zu großen Verpackungsvolumina verlangt. Dezentrale Datenbestände und manuelle Abfragen per E-Mail oder Excel erzeugen erheblichen Aufwand, SPOT soll diese Prozesse zentralisieren und automatisieren.
- Datenimport: Verpackungsdaten können über ERP-, PIM- oder andere Systemschnittstellen, per Excel-Massenimport, durch manuelle Eingabe im Web-Interface oder über direkt angebundene Lieferanten integriert werden. In der Praxis können diese Wege kombiniert werden.
- Dokumentenablage: Nachweise, Zertifikate, Testberichte, Entwürfe und Fertigungszeichnungen werden zentral im Datensatz abgelegt. Dadurch dient SPOT als gemeinsame Datenquelle für Verpackungsdaten, technische Dokumentation und Konformitätserklärungen.
- Dashboard: Das PPWR-Dashboard unterstützt die interne Qualitätskontrolle. Es zeigt den Status von Konformitätserklärungen und technischen Dokumentationen, kennzeichnet ältere Versionen und ermöglicht die Prüfung, ob Dokumente nach Änderungen an Datensätzen noch aktuell sind.
Modulare Verpackungshierarchie
- Simone Balogh demonstrierte, wie SPOT, Verpackungssysteme von der Verkaufsverpackung über Umverpackungen bis zur Transportverpackung modular abbildet und wiederverwendbare Komponenten, Materialzusammensetzungen sowie Palettierungsmuster verknüpft.
- Verpackungsebenen: SPOT unterscheidet Verpackungssysteme, Verpackungseinheiten und Komponenten beziehungsweise Materialzusammensetzungen. Verkaufsverpackungen bilden die Verkaufseinheit ab, Umverpackungen bündeln mehrere Verkaufseinheiten und Transportverpackungen unterstützen Handhabung und Transport.
- Baukastensystem: Komponenten und wiederkehrende Materialaufbauten können einmal angelegt, dupliziert und für weitere Artikel verwendet werden. Dadurch lassen sich ähnliche Verpackungen schneller erfassen und standardisiert verwalten.
- Bestandteile: Für eine Verpackungseinheit werden Hauptkörper, Verschlüsse, Dekorationen, Inlays und Packhilfsmittel erfasst. Zusätzlich kann festgelegt werden, ob Bestandteile integriert oder separat sind und unter welchen Bedingungen sie durch Konsum, Sammlung und Sortierung getrennt werden.
- Transportverpackungen: Im Beispiel wurde ein Reiniger mit Karton-Umverpackung, Stretch Folie, Label und Europalette verknüpft. Wiederkehrende Palettierungsmuster können als Verpackungssystem hinterlegt und anschließend mit Mengenangaben für die enthaltenen Verpackungseinheiten wiederverwendet werden.
Recyclingfähigkeit und Umweltanalysen
- Simone Balogh zeigte die länderbezogene Recyclingfähigkeitsanalyse, Was-wäre-wenn-Vergleiche, Lebenszyklusanalysen sowie Gebühren- und Ökomodulationsberechnungen für Verpackungen.
- Bewertungsmethodik: Die Recyclingfähigkeit wird anhand hinterlegter wissenschaftlicher Standards und länderspezifischer Informationen zur Erfassungs-, Sortier- und Recyclinginfrastruktur bewertet. Simone Balogh erläuterte die Kategorien A bis E: A steht für hochwertige stoffgleiche Nutzung, B für Recycling mit reduzierter Qualität, C für nicht recycelbares Material ohne wesentliche Beeinträchtigung, D für qualitätsmindernde Wirkung und E für starke Kontamination.
- Ländervergleich: Die Ergebnisse können pro Land betrachtet werden. Simone Balogh erklärte, dass die Verpackung in der Schweiz wegen fehlender beziehungsweise nicht ausreichender Recyclinginfrastruktur keinem entsprechenden Recyclingstrom zugeordnet werden konnte und daher thermisch verwertet würde.
- Szenarien Und LCA: Mit Was-wäre-wenn-Szenarien lassen sich Material- oder Komponentenänderungen vergleichen. Die Lebenszyklusanalyse zeigt unter anderem Material und Herstellung, Transport und Vertrieb sowie Lebensende. Im Beispiel war Material und Herstellung der größte Einflussfaktor, während ein hoher Rezyklat Anteil den CO2-Fußabdruck reduzierte.
- Gebührenberechnung: SPOT kann EPR-Gebühren, Ökomodulation und Kunststoffsteuer abbilden. Simone Balogh erklärte am Beispiel der Niederlande, dass recyclingfähigere Materialien wie HDPE oder PP finanzielle Vorteile erhalten können, während problematische Designs über Bonus-Malus-Systeme belastet werden; aufgrund des hohen Rezyklat Anteils fiel im Beispiel keine Kunststoffsteuer an.
Technische Dokumentation und Konformitätserklärung
- Simone Balogh erstellte im Tool eine technische Dokumentation und eine PPWR-Konformitätserklärung, zeigte die automatische Übernahme der Verpackungsdaten sowie die Aktualitätsprüfung nach Änderungen.
- Pflichtfelder: Je nach ausgewähltem Zweck, etwa Recyclingfähigkeitsanalyse oder technische Dokumentation, markiert SPOT die jeweils erforderlichen Pflichtfelder.
- Artikel-5-Nachweise: Für die PPWR-Anforderungen zu besorgniserregenden Stoffen können Lieferantenerklärungen, Testergebnisse, Gültigkeitszeiträume, Methoden und Angaben zur Konformität hinterlegt werden.
- Dokumenterstellung: Technische Dokumentationen und Konformitätserklärungen können direkt aus dem Datensatz in auswählbaren Sprachen erstellt, heruntergeladen oder im Datensatz gespeichert werden. Die Verpackungsbeschreibung wird aus den erfassten Komponenten automatisch erzeugt, hinterlegte Nachweise werden als Anhänge beziehungsweise Bestandteile der Dokumente übernommen.
- Signatur: Bei der Konformitätserklärung kann zwischen einer Erstellung mit oder ohne Signatur gewählt werden. Eine hinterlegte Signatur kann automatisch eingefügt werden, alternativ wird das Dokument ohne Signatur erstellt und anschließend extern unterzeichnet.
- Änderungsmanagement: Wenn sich ein relevanter Datensatz, beispielsweise das Gewicht oder Material, ändert, weist SPOT darauf hin, dass die vorhandene Konformitätserklärung nicht mehr aktuell ist. Die Daten können trotzdem gespeichert werden. Anschließend können die technische Dokumentation und die Konformitätserklärung aktualisiert werden.
Lieferantenaustausch und Nutzung
- Simone Balogh zeigte, wie Unternehmen Organisationen verknüpfen, fehlende Verpackungsdaten gezielt bei Lieferanten anfordern und vollständige Verpackungsdatensätze austauschen können.
- Organisationen Verknüpfen: Unternehmen können Organisationsdaten hinterlegen und andere Organisationen, insbesondere Lieferanten, über einen Organisationscode einladen oder verknüpfen. Dadurch lassen sich Daten zwischen den beteiligten Organisationen austauschen.
- Datenaustauschanfrage: Für fehlende Informationen kann eine Datenaustauschanfrage an eine ausgewählte Organisation gesendet werden. Die Anfrage erhält einen Namen und optional einen Kommentar, etwa mit der Bitte, bestimmte Materialien oder Komponenten zu ergänzen, offene Anfragen werden im System angezeigt.
- Vollständiger Export: Alternativ können Lieferanten komplette Verpackungsdaten exportieren und an das empfangende Unternehmen senden. Die empfangende Organisation kann den Datensatz importieren