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Information Day
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02.10.2025

15th Information Day Markant Syntrade Schweiz AG

On 02 October 2025 the 15th Information Day of Markant Syntrade Schweiz AG will take place.

As part of the information day, Markant Syntrade Schweiz AG informs partners from industry and trade about current developments in the Swiss retail trade as well as the status and goals of Markant.

As every year, participants can expect an extended program with varied and exciting presentations by top-class speakers from business, politics and science.

Das Schweizer Konsumverhalten

Trotz einiger Unsicherheiten wächst der Konsum im FMCG-Bereich in der Schweiz, Konsumenten werden preisbewusster und kaufen häufiger, aber pro Einkauf weniger ein. Diese Entwicklungen präsentierte Silke Volejnik, Retail Lead Switzerland bei Nielsen IQ.

Der FMCG-Handel steht gut da: 2025 geht Silke Volejnik von einem Umsatz von 34 Milliarden CHF aus, was einem Plus von 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Trotz Preissenkungen habe es im ersten Halbjahr sogar ein Umsatzwachstum von 2,7 Prozent im Bereich Food/Nearfood gegeben. „Das ist eine sehr gute Nachricht für alle hier im Raum“, so die Expertin. Dennoch sei spürbar, dass Konsumenten sich um ihre wirtschaftliche Lage sorgen und bedachtsamer einkaufen. All das seien wichtige Informationen zur Ausgestaltung von Sortimenten, Preisen und Layout im Shop.

Unerlässlich seien etwa eine gute Eigenmarken-Strategie und attraktive Promotionen. „Wir sehen, dass Konsumenten immer stärker auf diese Aktionen warten und reagieren“, erläuterte Silke  Volejnik. Zwar gebe es auch Kategorien, in denen Konsumenten bereit sind, mehr Geld auszugeben – als Stichworte nannte sie Nachhaltigkeit und Longevity – dennoch schwinge der Preis überall mit.

Was die Generation Z zu bieten hat

Yaël Meier legte nicht nur dar, wie Unterschiede zwischen Generationen zustande kommen. Es gelang der Co-Founderin des Beratungsunternehmens ZEAM auch, Vorurteile auszuräumen und zu verdeutlichen, warum es sich lohnt, junge Menschen als Zielgruppe ernst zu nehmen.

Am Beispiel von 9/11 demonstrierte sie, wie der jeweilige Lebenskontext Generationen prägt. Die meisten Zuschauer konnten sich an den genauen Moment erinnern, als sie von dem Terroranschlag erfahren hatten. Yaël Meier nicht – sie war damals gerade ein Jahr alt. Anstatt von Terror sei sie von der Klimakrise sozialisiert. Am Flughafen hinterfrage sie nicht die vielen Kontrollen, sondern das Fliegen an sich. „So hat jede Generation einen eigenen Zeitstrahl“, erklärte Yaël Meier. Vorurteile thematisierte sie ebenso – etwa, dass die Generation Z faul sei. Dabei habe sich der Arbeitsmarkt verändert. Während sich Boomer anstrengen mussten, um einen Job zu bekommen, könne die Generation Z nun Forderungen stellen.

Die Generation Z sei eine attraktive Zielgruppe – sie hat Geld, gibt es gerne aus und ist offen für Neues, argumentierte Yaël Meier. Dabei sei das Internet der wichtigste Ort der Kaufentscheidung. „Wenn man nicht auf unserem Smartphone präsent ist, existiert man nicht für uns“, so die Referentin. Ein Produkt habe einen zusätzlichen digitalen Wert, wenn es in sozialen Medien gezeigt werden kann.

Um auch in Zukunft erfolgreich zu sein, riet Yaël Meier Unternehmen dazu, Influencer und Creator ins Team zu holen, miteinander statt übereinander zu sprechen und jungen Menschen Verantwortung zu übertragen.

Wann unser Gehirn besser funktioniert als die KI

„Gehirn vs. Künstliche Intelligenz – wer behält die Oberhand?“ – dieser Frage widmete sich Neurowissenschaftler und Autor Dr. Henning Beck humorvoll. Er räumte der KI zwar Vorteile ein, ist sich aber sicher, dass die nächste grosse Idee von einem Gehirn ausgedacht wird.

Immer dann, wenn riesige Mengen an Daten vorliegen, könne KI sehr gut zur Prozessoptimierung verwendet werden. Bei unbekannter Datenlage versage die KI jedoch – während Menschen laut Dr. Henning Beck sehr gut darin sind, sich in solchen Situationen zurechtzufinden. „Haben Sie keine Angst davor, dass diese Art der Technologie das menschliche Denken überflügelt“, appellierte der Autor. Schlaue Menschen würden mit Hilfe von KI schlauer, weil sie das Potenzial der Technik nutzen. Dumme Menschen hingegen würden dümmer, weil sie sich von der KI abhängig machen.

Die Vision des Meta-Konzerns sei eine Welt ohne Medien, wie wir sie bisher kennen – weil die KI alles – jedes Buch, jeden Film, jedes Lied und jede App – individuell erstellen kann, berichtete Beck. Bis dahin ist der Weg noch weit. Im nächsten Schritt sieht Dr. Henning Beck erst einmal den Internetbrowser auf wackeligen Beinen. Er könnte durch einen persönlichen KI-Assistenten ersetzt werden, der den Nutzer durchs Internet führt.

Grosse Herausforderungen in der aktuellen Zeit

Dr. Christoph Heusgen setzte sich in seinem Vortrag „Die Rolle der Schweiz in einer neuen Weltordnung“ mit der aktuellen weltpolitischen Lage, insbesondere unter dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump, auseinander. Der Botschafter und ehemalige Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz sowie frühere Berater der damaligen deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel wünscht sich von der Schweiz, ihre Neutralität zu überdenken.

Putin habe seine Politik nach den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi drastisch geändert, so Dr. Christoph Heusgens Beobachtung. Das Narrativ eines Russlands, dass die Sowjetunion wiederherstellen will, verschaffe ihm hohe Zustimmungsquoten. Mit dem Angriff auf die Ukraine gebe es nun einen Krieg in Europa. «Putin glaubt, dass er am längeren Hebel sitzt und wir Weicheier sind», sagte Dr. Christoph Heusgen. Um diese Lage zu ändern, seien grosse Investitionen notwendig. Unter Trump sei zudem in den USA eine neue Zeit angebrochen. Dr. Christoph Heusgen berichtete von einer Aussage, die Trumps Schwiegersohn Jared Kushner getätigt habe: Sie seien Geschäftsleute, da sei man an einem Tag Freund und am anderen Feind. „Das habe ich immer im Hinterkopf, wenn Trump etwas sagt“, so Dr. Christoph Heusgen.

Die europäischen Staaten müssen zusammenarbeiten, so der Referent. Die Schweiz sollte sich nicht davor scheuen, sich EU und Nato anzunähern – selbst ohne Mitgliedschaft. „Neutralität schützt heute nicht mehr“, so Dr. Christoph Heusgen. Eine Annäherung sehe er als Chance, dass die Stärke des Rechts gewinnt – und nicht das Recht des Stärkeren.

Patrick Scheurwater bedankte sich nach den spannenden Vorträgen herzlich bei den Referentinnen und Referenten. „Ich nehme viele Informationen und Denkanstösse mit“, versicherte er. Im Anschluss nutzten die Markant Partner beim gemeinsamen Lunch die Gelegenheit zum persönlichen Austausch.

Der nächste Informationstag der Markant Syntrade Schweiz AG findet am 8. Oktober 2026 im Verkehrshaus Luzern statt.