Markant Austria: 12th Information Day
On October 23, 2025, the 12th Markant Austria Information Day took place at Palais Ferstel in Vienna. This event, now established since 2012, is a valued information and exchange platform in Austria.
Dominik Scheid erläuterte, wie die Markant Gruppe in turbulenten Zeiten zur Stabilisierung der FMCG- und DIY-Branche beitragen kann. „Unsere Dienstleistungen haben das Potenzial, Prozesskosten bei Industrie und Handel zu reduzieren und Kraft für den Wettbewerb freizumachen.“
Die Markant Gruppe selbst sei mit einem Plus von drei Prozent erfreulich gut durch die volatile Lage gekommen. Erfolgsfaktor sei die enge Zusammenarbeit mit Industrie und Handel gemäss der Unternehmenswerte: Vertrauen, Kooperation und Fortschritt.
Thomas Zechner unterstrich dies mit einer sehr guten Entwicklung der Markant Österreich, die im laufenden Jahr ein Umsatzwachstum von rund drei Prozent erzielen konnte – im Vorjahr waren es sogar sieben Prozent.
Hervorragendes Feedback gebe es zum Produktinformationsmanagement sowie zu weiteren Leistungen wie Preismonitor, ImageOptimizer und ProductWizard.
Mit Blick in die nahe Zukunft hob Dominik Scheid den Markant Marktplatz hervor. Die digitale Plattform soll sich als neue infrastrukturelle Basis der Markant Leistungen etablieren. Damit komme das Unternehmen seiner Vision, der führende B2B-Marktplatz in Europa zu sein, einen grossen Schritt näher. Es gehe dabei nicht nur darum, die Dienstleistungen umzuziehen, sondern auch darum, diese stetig zu verbessern.
Thomas Zechner hob zwei neue Leistungen hervor: ProductSpotlight, ein digitales Schaufenster für Neuprodukte, und den RawMaterialMonitor, der Rohstoffpreise ohne aufwendige Recherchen zur Verfügung stellt. „Da sehen wir eine gute Entwicklung und Nutzungsrate“, berichtete er. Chancen sah Dominik Scheid zudem in der Nutzung von Künstlicher Intelligenz. Mit der Gründung der Retail AI habe sich viel getan. Der Geschäftsführer der Markant Gruppe nannte in diesem Zuge den neuen Trendradar. „Dieses Tool hilft, Zeit zu sparen und Trends nicht erst im Rückspiegel zu erkennen – wie zum Beispiel die Dubai Schokolade“, beschrieb er.
Anschliessend folgten vier Fachvorträge zu verschiedenen aktuellen Themen. Dabei ging es in einem Vortrag um Kulturunterschiede zwischen den USA und Österreich, ein anderer Vortrag widmete sich dem Shoppingverhalten in turbulenten Zeiten. Der nächste Referent zeigte auf, wie Unternehmen in der heutigen Zeit mit digitalen Inhalten punkten können – unter der richtigen Einbindung digitaler Kanäle in den gesamten Marketing-Mix. Im vierten und letzten Vortrag des Informationstages wurde die aktuelle politische und wirtschaftliche Lage Europas im derzeitigen weltweiten Spannungsfeld eingehend analysiert.
Abschliessend bedankte sich Thomas Zechner bei allen Referentinnen und Referenten sowie den anwesenden Markant Partnern. Der nächste Informationstag findet am 22. Oktober 2026 im Palais Ferstel in Wien statt.
Detailinformationen zu den Vorträgen
Als Sohn eines nordamerikanischen Vaters und einer österreichischen Mutter ist Rechtsanwalt Robin Lumsden in zwei gegensätzlichen Kulturen aufgewachsen. „Diese Dualität hat sich durch meine Karriere gezogen – und ich glaube, ich konnte sie zu einer Stärke entwickeln“, berichtete der Referent.
Menschen aus den USA seien risikofreudiger, während Europäer einen grossen Wert auf Sicherheit legten. Die enorme Wertschätzung von Talenten, Flexibilität, Mobilität und Geschwindigkeit verschaffe den USA ökonomische Vorteile, beschrieb Robin Lumsden. „Wir hingegen haben soziale Regeln, wir sichern uns ab.“ In der Konsequenz sei die USA Europa an Produktivität masslos überlegen. Der Referent warnte jedoch davor, die Rolle von Donald Trump zu überschätzen. „Die US-Wirtschaft ist so stark trotz Trump, nicht wegen Trump.“
Was also können sich österreichische Unternehmen von den USA abschauen? Laut Robin Lumsden: Talente wertschätzen, Einsatz höher belohnen und die Chance nutzen, tolle Professoren nach Europa zu locken. „Dann machen wir einen Quantensprung.“ Und obwohl Robin Lumsden viele Aspekte der amerikanischen Kultur lobte, betonte er: „Es gibt einen Grund, warum ich meine drei Kinder in Österreich sozialisiere.“
Klara Fichtenbauer, Senior Marketing Consultant bei YouGov Österreich, referierte unter der Überschrift „Den Shopper im Blick: Erfolgskurs in turbulenten Zeiten?“ Die Welt verändere sich schnell, alles sei globalisiert und vernetzt. „Das führt dazu, dass wir überfordert sind“, erklärte Klara Fichtenbauer. Verunsicherung, gepaart mit dem Gefühl, keine Kontrolle über das eigene Leben zu haben und der Sorge um die finanzielle Lage, münde letztlich in Widerstand.
So berichtete Klara Fichtenbauer, dass preisfokussierte Shoppertypen an Bedeutung gewinnen. Die Aktionskäufe seien in Österreich massiv angestiegen – insbesondere bei anspruchsvollen Shoppertypen. „Es geht also nicht nur darum, sich etwas leisten zu können, sondern auch ums leisten wollen“, betonte die Expertin. Wachstum zeigte sie unter anderem in gesundheitsbewussten Bereichen, bei Mehrwegglas und Fairtrade auf.
Während jüngere Zielgruppen eher neue Erfahrungen machen möchten, sei älteren die Qualität wichtig. Es sei jedoch möglich, Brücken zu schlagen, um generationsübergreifend zu wachsen. Es gehe darum, sich selbst etwas Gutes zu tun – Selbstwirksamkeit, Selbstinszenierung und Selbstoptimierung nannte Klara Fichtenbauer als Stichworte. Herstellern und Händlern riet sie, mit einer starken, ehrlichen und transparenten Marke positive Gefühle zu wecken, um dem Negativen, dem Widerstand, etwas Positives entgegenzustellen.
Karin Teigl ist Digital Entrepreneur bei CYK Collective und erreicht mit ihrem Instagram-Account @contantly_k rund 335.000 Menschen. Erfrischend lebendig zeigte sie auf, wie Unternehmen mit digitalen Inhalten punkten können – und warum sie diese Chance in jedem Fall nutzen sollten.
Nicht nur junge Menschen hängen an ihren Smartphones, sondern alle, stellte Karin Teigl klar. Jeder dritte Österreicher nutze Instagram. „Da wäre ich schön blöd, wenn ich diese Plattform nicht nutze“, verdeutlichte sie. Auch TikTok sollten Unternehmen auf dem Radar behalten, denn rund 72 Prozent der Jugendlichen nutzen diese Plattform. „Das sind die Kunden von morgen.“
Der Start in den sozialen Medien falle jedoch häufig schwer. Karin Teigl riet dazu, die richtigen Menschen ins Team zu holen und pro Woche drei bis vier Posts einzuplanen. Dabei gelte: Qualität vor Quantität. Inhaltlich empfahl sie: „Je nahbarer, desto interessanter ist es für den Kunden.“ Konkret bedeute das, Menschen statt Produkte oder Angebote in den Mittelpunkt des Contents zu stellen. Richtig genutzt und in den Marketing-Mix eingebunden sieht Karin Teigl viel Potenzial. „Es ist nicht schwierig, man muss nur offen dafür sein“, gab Karin Teigl dem Publikum mit.
„Leadership: Lektionen für eine Welt in Aufruhr?“ war der Titel, unter dem der ehemalige Bundeskanzler der Republik Österreich, CEO der European Locomotive Leasing Group und Manager Christian Kern die aktuelle politische und wirtschaftliche Weltlage unter die Lupe nahm. Christian Kern zeigte das Beispiel des niederländischen Chip-Herstellers Nexperia auf und äusserte die Sorge, dass Europa im Spannungsfeld zwischen USA, China und Russland seine politische Handlungsmacht verspielt.
Die zentralen Versprechen der EU – Frieden und Wohlstand – hätten sich durch drei Schocks bereits aufgelöst: Der Angriffskrieg Russlands in der Ukraine beeinflusse die Rohstoffmärkte und bringe massive Investitionen in Rüstung mit sich. Der Chinaschock ziehe ebenfalls Verlierer nach sich – schon bald vereinbare China rund ein Drittel der Weltproduktion. Zuletzt nannte Christian Kern den Trumpschock, der den Verlust eines der wichtigsten Exportmärkte bedeuten könnte.
Die europäische Industrie stehe somit immens unter Druck. „Es ist Zeit, sich mit der Frage zu beschäftigen: Wo stehen wir und wo wollen wir hin?“, folgerte Christian Kern. Als Grund für die Wachstumsschwäche nannte er unter anderem einen Mangel an Innovation, Europa habe seinen Vorsprung verloren. Dennoch verbreitete er Optimismus. „Es gibt keine ewige Krise“, sagte er. Europa habe ein riesiges Potenzial, die Voraussetzungen für einen neuen Boom seien gegeben.